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Eine Person steht vor der "Gesten"-Station in der Ausstellung "On Water. WasserWissen in Berlin" und betrachtet ein Video, das dort gezeigt wird

© Foto: Thomas Lilge

„Wissenschaft ist wie eine Reise“

Inken Sarah Mischke über kurze Forschungsfilme, die Begeisterung hinter wissenschaftlicher Arbeit und die Frage, wie aus Wissen Veränderung wird.

Interview: Dr. Thomas Lilge · Gespräch vom 28. September 2026

Inken Sarah Mischke ist Kamerafrau, Regisseurin und Inhaberin der Produktionsfirma Perola Filmes. Für die interaktive Station „Handwerk der Wissenschaften“ in der Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ hat sie unterschiedliche Forschungsprojekte in kurzen Filmen vorgestellt. Konzipiert wurde die Station von Thomas Lilge, der auch dieses Interview führt und an den gemeinsamen Dreharbeiten beteiligt war. Besucher*innen erschließen sich die Filme, indem sie Handbewegungen der Forschenden nachahmen. Im Gespräch erzählt Mischke von Dreharbeiten auf einem Gletscher, an Berliner Gewässern und an einer Algenfarm – und davon, warum Wissenschaftskommunikation für sie mit dem Erzählen von Geschichten beginnt.

Forschung als Reise: Für die Dreharbeiten ging es bis auf den Hintereisferner in Österreich

Liebe Sarah, was war die größte Herausforderung dabei, so unterschiedliche Forschungsprojekte in kurzen Filmen vorzustellen?

Die größte Herausforderung war die Übersetzungsleistung: den Forschenden und ihrer Arbeit gerecht zu werden und das in wenigen Minuten verständlich zu vermitteln. In dieser kurzen Zeit muss deutlich werden, was jemand erforscht und warum das wichtig ist.

Ich hätte auch an unseren Aufstieg mit Tobias Sauter zu seiner Forschung auf dem Hintereisferner in Österreich gedacht – mit Gepäck und Kamera auf rund 3.000 Meter.

Ja, und ich hatte auch noch eine Zahnoperation hinter mir! Aber ehrlich gesagt war das weniger die größte Herausforderung als vielmehr das schönste und berührendste Erlebnis. Wir haben zwei Nächte auf einer Schutzhütte übernachtet und konnten die Forschung auf dem Gletscher aus nächster Nähe erleben. Wann erlebt man so etwas?

Besonders war auch, Tobias dort zu erleben. Wenn man als Gruppe gemeinsam aufsteigt und Zeit miteinander verbringt, lernt man sich anders kennen. Man versteht mehr von der Person, ihrer über Jahrzehnte aufgebauten Forschungsexpertise und davon, wie sie arbeitet: Was wertet Tobias aus? Mit wem arbeitet er zusammen? Wie bindet er Studierende und Promovierende ein?

Wir konnten sehen, wie sie gemeinsam Dinge herausfinden und wie neugierig er selbst dabei ist. Teilweise war er richtig aufgeregt, weil der Wind gerade bestimmte Bedingungen geschaffen hatte oder etwas anderes für seine Forschung interessant war. Diese Begeisterung mitzuerleben, war unglaublich besonders.

Wie erzählst du komplexe Wissenschaft verständlich, ohne sie zu verfälschen?

Für mich beginnt das damit, eine Geschichte zu erzählen und etwas erlebbar zu machen. Das gilt für Wissenschaftskommunikation genauso wie für andere Bereiche. Fakten allein reichen nicht. Man braucht einen Zusammenhang, möchte mitgenommen werden, neugierig bleiben und verstehen, worum es geht – und worum nicht.

Die Komplexität muss dafür in einfache Zusammenhänge übersetzt werden. Wer selbst tief in einem Forschungsgebiet steckt, findet das vermutlich nicht immer leicht. Ich vergleiche es manchmal mit einem guten Kinderbuch: Es gibt eine einfache Geschichte, die etwas auf den Punkt bringt. Das kann auch mit Wissenschaft gelingen. Die Aufgabe, etwas verständlich zu erklären, ist zugleich eine gute Herausforderung für die Forschenden selbst: Wie gut habe ich verstanden, was ich tue, und wie kann ich es anderen vermitteln?

Dabei geht es auch um die Bedeutung der Forschung für die Gesellschaft. Was passiert mit den Ergebnissen? Was verändern sie? An den Berliner Gewässern wurde das für mich sehr anschaulich. Die Panke hieß einmal „Stinkepanke“. Wir haben dort Enten gesehen, Pflanzen und eine lebendige Umgebung. Zusammen mit den Erklärungen zur Forschung wurde eine Entwicklung sichtbar.

Die Forschenden wollen verstehen, welche Faktoren die Wasserqualität beeinflussen und wie sie sich verbessern lässt. Dadurch bekommt ihre Arbeit einen unmittelbaren Bezug zu unserem Leben: Wie können wir auch in Zukunft eine hohe Wasserqualität in Berlin erhalten?

Bei Christian Marx hat uns auch die Ausdauer beeindruckt. Seine tägliche Probenahme wurde zu einem zentralen Motiv deines Films.

Er hat fünf Jahre lang jeden Tag an derselben Brücke eine Wasserprobe genommen. Er fuhr mit dem Fahrrad dorthin, bei Wind und Wetter, auch sonntags und an Feiertagen, ließ seinen Probenbecher hinunter und nahm die Probe. Das hatte etwas sehr Liebevolles.

Auch die Art, wie er davon erzählte, war interessant. Es war längst Teil seines Alltags geworden, und man hatte den Eindruck, dass er es wirklich gern machte. So wird eine sonst abstrakte Forschungsarbeit plötzlich greifbar: durch eine konkrete Handlung, die jemand über Jahre hinweg wiederholt.

Die Begeisterung der Forschenden hat offenbar auch euch angesteckt.

Absolut. Während der Dreharbeiten sind wir regelrecht in ein Fieber gekommen. Wir haben unsere WhatsApp-Gruppe immer wieder in einen Fanclub für die Forschenden umbenannt: mal für Christian, mal für Tobias, mal für eine andere Person. Wir fanden es einfach toll, mit welcher Leidenschaft sie arbeiteten, welche Fragen sie stellten und was sie sich alles ausdachten.

Mit Christian waren wir auch mit einer studentischen Gruppe unterwegs. Sie untersuchten ganz praktisch ihre Umgebung, zum Beispiel den Boden. Ich fand spannend, dass so an der Universität unterrichtet wird: draußen, mit konkreten Untersuchungen und auf Englisch.

Aus manchen Begegnungen sind sogar Freundschaften entstanden. Bei Tobias und seiner Partnerin Julia waren wir neulich zum Grillen. Die Zusammenarbeit ging also über die Dreharbeiten hinaus.

Wie habt ihr gemeinsam mit den Forschenden entschieden, was in den Filmen wesentlich ist?

Zunächst möchte ich die gute Zusammenarbeit in unserem Team hervorheben: zwischen dir, Tom, Dorothea Wagnerberger und mir. Dorothea hat die Interviews sehr gut vorbereitet. Aus den Fragen und Antworten haben wir dann gemeinsam die Filme entwickelt. Wir haben gekürzt und überlegt: Wie lässt sich daraus eine Geschichte weben? Wo steigen wir ein? Welchen Bogen können wir finden?

Die Filme sollten bei aller Unterschiedlichkeit auch vergleichbar sein. Dafür brauchten sie eine gewisse gemeinsame Form. Im Vordergrund stand jeweils die Geste der Forschenden.

Das war eine gemeinsame Arbeit und auch eine Lernerfahrung für die Wissenschaftler*innen. Man kann nicht einfach hingehen, ein Interview führen und es anschließend nur kürzen. Man muss zusammen herausarbeiten, wie die Forschung in dieser Form erzählbar wird.

Die Gesten der Forschenden stehen im Mittelpunkt der interaktiven Station „Handwerk der Wissenschaften“

Die Besucher*innen ahmen eine Handbewegung der Forschenden nach, um die Filme zu entdecken. Was verändert dieser körperliche, spielerische Zugang?

Ich fand deine Idee für die Station unglaublich gut, gerade weil sie so einfach ist. Eine Geste schafft eine Verbindung. Wer sie nachmacht, beteiligt sich mit dem eigenen Körper und erkundet gleichzeitig eine Bewegung aus der Arbeit der Forschenden. Man wird neugierig und ist nicht mehr nur beim passiven Betrachten.

Mir gefällt dieses Kleine, Überschaubare daran. Es ist spielerisch, und das entspricht auch meinem eigenen Zugang. Die Bewegung lässt sich schnell verstehen, unabhängig davon, wie alt jemand ist oder woher jemand kommt.

Zugleich vermittelt sie bereits etwas über Wissenschaft: Forschung bedeutet nicht nur, am Schreibtisch zu sitzen und zu schreiben. Da passiert mehr. Die Geste führt in dieses Mehr hinein. Sie schlägt eine Brücke, die in einem klassischen Wissenschaftsfilm oft fehlt.

Das hört der Konzeptautor natürlich gern. Aber zurück zu den Besucher*innen: Was sollen sie nach der Begegnung mit einem Film mitnehmen?

Ich möchte, dass sie etwas erlebt haben. Natürlich können sie auch eine Zahl oder einen Zusammenhang verstanden haben. Aber ebenso wichtig ist mir, dass die Stimmung und die Begeisterung der Forschenden bei ihrer Arbeit spürbar werden – und dass sichtbar wird, an welchen unterschiedlichen Orten Forschung stattfindet.

Für einen Film waren wir zum Beispiel an einer Algenfarm in Kiel und haben auch unter Wasser gedreht. Ony Yan hatte ein System gestaltet und als Prototyp entwickelt, an dem Algen wachsen sollten. Es war monatelang im Wasser gewesen. Wie viele Algen tatsächlich daran gewachsen waren, wusste sie vorher nicht. Wir waren genau in dem Moment dabei, als es aus dem Wasser gezogen wurde.

Wir haben die Algen in den Händen gehalten, gelacht und die Freude über das Ergebnis miterlebt. Solche Momente möchte ich vermitteln. Ebenso die gemeinsame Arbeit, wie bei unserer Fahrradexkursion mit Christian und der studentischen Gruppe.

Wissenschaft ist in gewisser Weise eine Reise: Du beginnst mit einer Forschungsfrage, kennst aber das Ergebnis noch nicht. Es gibt Zwischenziele und immer wieder etwas zu entdecken.

Auch auf dem Gletscher wurde das deutlich. Als wir ankamen, hatten Tobias’ Promovierende die Geräte bereits aufgebaut. Man muss sich einmal vorstellen, wie man so etwas auf einem Gletscher überhaupt plant und hinbekommt! Tobias war begeistert davon, wie präzise und geschickt sie gearbeitet hatten. Man spürte, dass er eine Gruppe um sich hatte, der er vertrauen konnte.

Diesen Hintergrund wollte ich miterzählen: was alles nötig ist, damit Forschung gelingt, wie Menschen zusammenarbeiten und wie sie sich über Ergebnisse freuen.

Wie ordnest du diese Wissenschaftsfilme in deine übrige Arbeit ein?

Für mich war das eine wunderschöne Aufgabe. Ich habe an der Humboldt-Universität Gender Studies und Lateinamerikanistik studiert und meinen Magister gemacht. Den Wissenschaftsbetrieb kenne ich also aus vielen Jahren. Das mit meiner heutigen Arbeit zu verbinden, war eine sehr schöne Herausforderung. So etwas könnte ich jeden Tag machen.

Es fühlte sich für mich nicht wie ein Randprojekt an, sondern sehr passend. Ich bringe eine spielerische und sinnliche Handschrift aus anderen Arbeitsbereichen mit. Diese in Wissenschaftsfilme zu übersetzen, war eine gute Kombination.

Die Zusammenarbeit mit dir, Tom, begann ja schon früher: Nachdem ich vier Jahre lang Kochsendungen für die Deutsche Welle gemacht und auch visuell konzipiert hatte, bist du von der Berlin University Alliance auf mich zugekommen. Du hast mich gefragt, ob wir gemeinsam eine Wissenschaftskochshow entwickeln wollen, die Wissensaustausch ermöglicht.

Spätestens seitdem habe ich mich intensiv mit Wissenschaftskommunikation beschäftigt. Wie lässt sich eine Brücke zu wissenschaftlichen Ergebnissen schlagen, die zunächst trocken oder schwer zugänglich wirken können? Bei der Kochshow war unsere Idee, gleichzeitig zu kochen und über ein wissenschaftliches Thema zu sprechen. Die Herausforderung entsteht aus dieser Verbindung. Man muss nichts künstlich lustig machen.

Ähnliche Fragen beschäftigen mich bei Buchtrailern, die ich regelmäßig für den Suhrkamp Verlag mache, auch gerade wieder. Wie erzählt man ein Buch in einem kurzen Film? Welche Textstellen wählt man aus? Dafür arbeite ich mit den Autor*innen zusammen. Mich interessiert, wie Inhalte in visuell erlebbare Geschichten übersetzt werden können.

Ich arbeite bewusst in verschiedenen Bereichen: für die Deutsche Grammophon, jahrelang für Rosenthal und zwischen Musik, Literatur, Design, Kunst, Kulinarik, Tanz und Wissenschaftskommunikation. Dazu kommen Weiterbildungen in systemischem Coaching, Design Thinking, Systemic Design und Leadership sowie in somatischer Praxis, genauer: Fluentbody. Diese Erfahrungen fließen in meine Arbeit ein.

Ich möchte mit meinen Filmen mehr tun, als eine Vorgabe zu erfüllen. David Lynch beschreibt in „Catching the Big Fish“, dass die großen Ideen im tiefen Wasser liegen. Dieses Bild gefällt mir: erst eintauchen, auch ins Ungewisse, und dann mit Ideen wieder auftauchen. Spielerisch und offen.

Hat dich die Arbeit auch inhaltlich zu neuen Projekten angeregt?

Ja, vor allem das Thema Wasser lässt mich nicht mehr los. Bei der „Confluence of European Water Bodies“ in Berlin habe ich viele Menschen aus der Forschung und anderen Bereichen wiedergetroffen, etwa Léon Gross vom Symbiotic Lab. Außerdem arbeite ich gerade an einem Dokumentarfilm in Brasilien über Wasser. Es ist ein unglaublich wichtiges Thema.

Mich beschäftigt besonders die Frage, welchen Beitrag Wissenschaft nicht nur zu gesellschaftlichen Debatten, sondern auch zur Umsetzung nachhaltiger, zukunftsfähiger Konzepte leisten kann. Wir brauchen diese Wissenschaftler*innen. Sie sind auch Visionär*innen, weil sie sich intensiv mit Dingen befassen, die viele Menschen noch gar nicht kennen.

Wir haben während der Dreharbeiten viel über die Klimakrise gesprochen – auch darüber, dass der Hintereisferner bis zum Ende dieses Jahrhunderts verschwunden sein könnte. Wie wird aus dieser Auseinandersetzung für dich eigenes Handeln?

Ich habe aus eigener Initiative die YouTube-Serie „People for Change“ gestartet. Dazu hat auch die Lektüre von Donna Haraway beigetragen. Mich hat die Frage beschäftigt: Wo liegen die Hebel für Veränderung? Warum passiert so wenig? Was hindert uns?

Dabei fiel mir auf, wie stark wir von negativen Botschaften umgeben sind. Wenn wir über Klima sprechen, geht es meistens um die Krise. Wie könnte man anders davon erzählen? Es gibt so viele Menschen, die bereits großartige Dinge tun und von denen wir lernen können, auch in der Wissenschaft.

Diese Menschen besuche ich und spreche mit ihnen. Ich habe zum Beispiel Jennifer Schulz interviewt, die mit ihrem Team das Projekt „Urbane Waldgärten“ und den Waldgarten in Berlin-Britz initiiert und entwickelt hat. An diesem Pionierprojekt mitten in der Stadt wird deutlich, wie Pflanzen, Tiere, Boden und Wasser zusammenwirken. Nichts wächst für sich allein. Das finde ich eine spannende Leistung.

Mich interessieren Menschen, die ihr Wissen mit Engagement verbinden und Projekte tatsächlich verwirklichen. An solchen Beispielen kann man sehen, dass Umsetzung möglich ist – und von ihnen lernen. Viele würden sich gern engagieren, wissen aber nicht, wie. „People for Change“ stellt dafür konkrete Möglichkeiten vor, etwa beim BaumEntscheid Berlin, der Unterstützung sucht.

Was bedeutet das für unseren Umgang mit Wasser hier in Berlin?

Wenn man sich mit der Ausstellung und der Forschung beschäftigt, versteht man, dass sauberes Trinkwasser aus der Leitung keine Selbstverständlichkeit ist. In vielen Ländern gibt es das nicht.

Wir standen mit Christian im Humboldthain und blickten über die Stadt. Seine erste Frage war: „Was seht ihr?“ Grün! Das hat mir noch einmal gezeigt, wie wichtig Grünflächen und ein funktionierender Wasserkreislauf für die Stadt sind. Berlins Trinkwasser stammt aus Grundwasser und Uferfiltrat, also Wasser, das aus Flüssen und Seen durch den Boden sickert und dabei natürlich gereinigt wird. Es wird im Wasserwerk aufbereitet, kommt aber ohne Chlorzusatz aus. Madrid setzt dagegen bei der Desinfektion unter anderem Chlorverbindungen ein. Solche Unterschiede machen deutlich, wie viel hinter unserer alltäglichen Wasserversorgung steckt.

Das ist nicht nur ein Auftrag an die Wissenschaft, sondern an uns alle. Wir müssen uns damit auseinandersetzen und fragen, was wir selbst tun können. Für die Spree engagiert sich beispielsweise die Initiative „Rights of the Spree“. Auch ich möchte mich dort einbringen.

Bei „Confluence“ an der Floating University hast du dich auch mit der Frage beschäftigt, wie Gewässer eine Stimme bekommen können. Was interessiert dich daran?

Dort habe ich den Begriff „Waterbody“ kennengelernt: Gewässer wurden durch Menschen vertreten, die aus verschiedenen Ländern angereist waren. Ich habe mit der italienischen Campaignerin Roberta Bosu gesprochen, die die Antarktis repräsentierte. Dabei geht es darum, über unsere menschliche Perspektive hinauszudenken und den Gewässern eine Stimme zu geben.

In Spanien wurden der Lagune Mar Menor und ihrem Einzugsgebiet 2022 Rechtspersönlichkeit und eigene Rechte zuerkannt. Das geht über herkömmlichen Naturschutz hinaus: Ein Ökosystem wird selbst zum Rechtssubjekt. Unternehmen können juristische Personen sein – warum sollten wir nicht auch Gewässern eigene Rechte zugestehen? Solche Ansätze finde ich sehr spannend.

Wenn du der Antarktis zum Abschluss das Wort geben könntest: Was würde sie sagen?

Das ist eine spannende Frage, weil sie uns auffordert, nicht nur aus einem menschzentrierten Denken heraus zu schauen, zu handeln und zu urteilen, sondern uns in Gewässer hineinzuversetzen. Ich weiß nicht, ob ich die Frage schon beantworten kann, aber ich möchte ihr nachgehen.

Die Antarktis hat keine eigene Stimme, die wir hören könnten. Sie braucht unsere Stimmen. Auch die Flüsse brauchen uns, damit wir uns für sie einsetzen.

Noch ist vieles intakt, noch ist dieser Reichtum da. Und manche glauben, reich zu werden, indem sie genau diesen Reichtum zerstören.

 

Link zum Webauftritt von Perola Filmes und dem dazugehörigen YouTube-Kanal.

Inken Sarah Mischke und Thomas Lilge