In der Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ im Humboldt Labor präsentiert die Architektin und Forscherin Dimitra Almpani-Lekka Cheimarros – eine Keramikinstallation, die untersucht, wie Architektur Wasser in städtischen Umgebungen aktiv sammeln, in Umlauf bringen und teilen könnte. Statt eine fertige technische Lösung vorzuschlagen, funktioniert die Arbeit als experimentelles System, das die Beziehung zwischen Gebäuden, Wasser und mehr-als-menschlichem Leben erforscht. So erklärt Almpani-Lekka: „Cheimarros ist eine Keramikinstallation, die vertikale Wassersammlung, -absorption und -zirkulation als Mittel zur Bewältigung des städtischen Wassermanagements, der Klimaregulierung und der Förderung städtischen biologischen Wachstums untersucht.“
Die Prototypen, erläutert sie, „dienen als Methode, Fragen zu stellen, Herausforderungen aufzudecken und empirisches Wissen darüber zu wecken, wie Wasser mit seiner Landschaft interagiert, sie formt und von ihr geformt wird.“
Das Projekt entstand sowohl aus dem Erforschen architektonischer Fragen als auch aus einem offenen, handwerklichen Prozess. Die Arbeit mit Ton ermöglichte es Almpani-Lekka, Ideen unmittelbar am Material zu testen – obwohl sie keine formale Ausbildung in der Arbeit mit Keramik hat. „Möglicherweise war es sogar hilfreich, dass ich keine Ausbildung in der Arbeit mit Ton habe“, überlegt sie, „so begann ich ohne technische Kenntnisse zu experimentieren, mit dem Willen, Probleme zu lösen, und mit großer Offenheit, Neues zu lernen.“ Durch diesen Prozess entdeckte sie „Elemente von Verspieltheit, Entdeckung und Erfindungsreichtum“. Gleichzeitig fragte sie sich, ob es Erkenntnisse gebe, die man nur durchs Machen lernen könne: „Die Antwort war zum Glück ja.“
Keramik wurde nicht nur wegen ihrer Vielseitigkeit zum Material des Projekts, sondern aufgrund ihrer ureigenen Beziehung zu Wasser: „Ton und Keramik stehen als poröse Materialien in direkter Beziehung zu Wasser, da sie es in sich aufnehmen und verteilen, filtern und wieder an die Atmosphäre abgeben können“, erklärt Almpani-Lekka. Gleichzeitig ist sie sich der Grenzen des Materials bewusst: „Es gibt selten, wenn überhaupt jemals, die perfekten Materialien für ein Entwurfsvorhaben“, erläutert sie weiter. „Jede Entscheidung, die man trifft, bringt Nachteile mit sich, mit denen man einen Umgang finden muss, der hoffentlich klug ist und dem Material gerecht wird.”
Obwohl Cheimarros als skulpturale Installation erscheint, versteht Almpani-Lekka sie als Teil eines viel größeren Netzwerks von Beziehungen: „Für mich ist alles ein System oder Teil eines Systems, das mit anderen Teilen innerhalb eines größeren Systems interagiert.“ Für sie sind „Materielle Dinge […] nie einfach nur da und tun nichts. Sie stehen immer in Interaktion mit ihrer Umgebung.“ Als „Fragment eines Landschaftssystems“ konzipiert, spiegelt die Installation Almpani-Lekkas Interesse an einer Architektur wider, die ökologische Prozesse beherbergt, statt lediglich Raum zu umschließen.
