Aus der Reihe: „Objektgeschichten: Das Team stellt sich vor“
„Ich komme bei diesen beiden Krebsen immer wieder ins Nachdenken“, sagt Eileen Klingner und zeigt auf zwei unscheinbare Nasspräparate im Bereich der Flussbewohner. Als Assistentin der Kuration und Leitung im Humboldt Labor kennt sie die Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ in- und auswendig – und doch faszinieren sie gerade diese beiden Objekte besonders, weil sie ihr Interesse an Präparationstechniken und ökologischen Fragestellungen gleichermaßen berühren.
Den Europäischen Flusskrebs und den Amerikanischen Sumpfkrebs eint mehr als der gemeinsame Platz im Pantografen und ihre taxonomische Ordnung. Sie erzählen eine Geschichte des Anthropozäns, respektive eine Geschichte über menschliche Eingriffe, Verschleppung und Artensterben. Denn die in Berlin ausgesetzten Sumpfkrebse verdrängten stetig die sogenannten Edelkrebse der hiesigen Gewässer durch ihre besondere Anpassungsfähigkeit und Immunität gegen die Krebspest. Die Objektgeschichte zeigt, wie menschliche Entscheidungen direkt in Ökosysteme eingreifen und auf die lokalen Wasserwelten Einfluss nehmen.
