Als Initiator von „WasserGestalten“, dem Familienworkshop zur Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ im Humboldt Labor im Humboldt Forum, lädt der Künstler Vitor Garcia de Almeida Kinder und ihre Familien dazu ein, das Verhältnis von Wasser, Materialien und Kreativität zu erkunden. Inspiriert von den Wasserbewohner*innen der Ausstellung, entstehen im Workshop aus nicht mehr benötigten Materialien fantasievolle Wasserwesen. Durch das praktische Gestalten werden die Teilnehmenden dazu angeregt, über Konsum, Wiederverwendung und ökologische Verantwortung nachzudenken. Für den Künstler beruht der Workshop auf der Idee, ausrangierten Materialien ein zweites Leben zu geben:
„Die Idee hinter diesem Konzept und das, was es auszeichnet, ist die Absicht, ausgediente Materialien vor ihrer Entsorgung zu bewahren und sie durch eine zweite Nutzung länger im metabolischen Kreislauf von Rohstoffgewinnung, Konsum und Entsorgung zu halten.“
Das Projekt spiegelt zugleich seine künstlerische Praxis wider, die er als „Verbindung einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fragen des Konsums von Natur seit der Moderne“ mit „einer praktischen künstlerischen Erkundung von Materialien, die nach ihrer Entsorgung ihren wirtschaftlichen Wert verloren haben“ beschreibt. Der Workshop wurde parallel zur Entwicklung der Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ konzipiert. „Bereits während der ersten Gesprächen zwischen mir und dem Kurator für Outreach am Humboldt Labor“, erinnert sich Garcia de Almeida, „war klar, dass der Workshop eng mit dem Ausstellungskonzept verbunden sein sollte.“ Gemeinsam erarbeiteten sie einen Workshop rund um Wasserlebewesen, der Kinder sowohl an das Thema Wasser heranführt als auch zum kreativen Gestalten anregt. Jedes Wesen ist von einem Objekt in der Ausstellung angeregt – vom Kofferfisch bis zur Qualle, die die Besucher*innen in der einleitenden Videoinstallation begrüßt.
Auch die Auswahl der Materialien war eine bewusste Entscheidung. Anstatt neue Bastelmaterialien zu verwenden, arbeitet „WasserGestalten“ ausschließlich mit nicht mehr benötigten Materialien aus dem Humboldt Forum selbst. Wie der Künstler erklärt, „fallen diese Abfälle in den verschiedenen Bereichen des Gebäudes an: Sie reichen von Materialien, die für den Betrieb der Institution und das Funktionieren der Ausstellungen benötigt werden, bis hin zu Bereichen wie dem Museumsshop oder dem Restaurant, die alle betriebsbedingt Abfälle produzieren.“ Diese Materialien haben das Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer erreicht und so „endet ihr wirtschaftlicher Wert genau in dem Moment, in dem sie in den Abfallstrom gelangen. Ihr materieller Wert bleibt jedoch bestehen“, so betont Garcia de Almeida.
