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Im Vordergrund liegt ein sandfarbener Stein mit Muschelfragmenten, dahinter sind kleinere Steine in Petrischalen zu sehen.

© Foto: Philipp Plum

Objektgeschichten: Heide Barrenechea und die Berliner Steine

Aus der Reihe: „Objektgeschichten: Das Team stellt sich vor“

 

Für Heide Barrenechea, Leiterin des Humboldt Labors, steht die Vitrine mit den Berliner Steinen sinnbildlich für das, was „On Water. WasserWissen in Berlin“ ausmacht. Gleich am Eingang zum Hauptraum und als erstes Exponat der begehbaren Landschaft versammelt sie Objekte aus allen vier Einrichtungen der Berlin University Alliance (BUA) – und bringt sie auf überraschende Weise miteinander ins Gespräch.

Denn Stein ist hier nicht gleich Stein. Die Exemplare aus den Sammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin sind jeweils Jahrmillionen alt und stammen vom einstigen Meeresboden unter Berlin. Bis heute finden sich darin Spuren dieser Zeit, wie etwa Skelettfragmente von Muscheln oder Knochen eines Meeresreptils. Die Steine aus der Sammlung der Charité dagegen sind menschliche Gallensteine. Gerade diese unerwartete Gegenüberstellung gefällt Heide Barrenechea:

„Die Vitrine mit den Steinen spricht mich deshalb an, weil sie Steine der vier Berliner Exzellenzunis enthält und somit dem Wunsch nachkommt, die Forschung aller Universitäten gleichermaßen in der Ausstellung zu zeigen. Und weil dies auf eine gleichsam ironische wie inhaltlich konsistente Art und Weise passiert.“

In „On Water“ begegnen sich Steine aus dem Meer – und aus dem Körper

Denn die Steine werden nicht nur durch ihre Präsentation in einer gemeinsamen Vitrine als Ensemble gekennzeichnet, sondern auch durch ihre inhaltliche Rückbindung an das Element Wasser: So erzählt das Konvolut der unterschiedlich großen Gallensteine von dem Ungleichgewicht löslicher Stoffe beziehungsweise der aus dem Gleichgewicht geratenen Gallenflüssigkeit, wohingegen die Steine vom Berliner Meeresboden vom Wasser geschaffene Strukturen in feste Formationen überführen und auf Dauer fixieren. Die ästhetische Präsentation der Steine, der Witz in der Zusammenstellung der Leihgaben und der überraschende Moment, in dem sich die unterschiedlichen Bezüge zum Wasser erschließen, machen die Vitrine für Heide Barrenechea zu einem besonderen Objekt: „Für mich ist sie der ideale Einstieg in unsere Ausstellung.“

Heide Barrenechea

Als Leiterin des Humboldt Labors koordiniert Heide Barrenechea seit 2023 nicht nur die Entwicklung des interdisziplinären Ausstellungs- und Diskursortes der Humboldt-Universität, sondern verantwortet auch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen. In diesem Fall ist das die Berlin University Alliance, der Berliner Exzellenzverbund, mit dem die Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ konzipiert und umgesetzt wurde. Die Ausstellung zeigt Forschungsprojekte und Objekte aus dem BUA-Verbund, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit Wasser beschäftigen, und ermöglicht so einen vielfältigen Zugang zum nassen Element.