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Eine Frau steht am Mikrofon unter einer Quallenkuppel und spricht ins Publikum. Einige Menschen sind im Anschnitt zu sehen.

© Foto: Philipp Plum

5 Jahre Humboldt Labor: Ein Jubiläum, viele Perspektiven

Das fünfjährige Jubiläum des Humboldt Forums war auch für das Humboldt Labor ein Anlass zu feiern – mit einem Sonderprogramm, das Wissenschaft, Kunst und Vermittlung auf vielfältige Weise zusammenbrachte. Einen Tag lang ließ sich das Humboldt Labor aus immer neuen Perspektiven entdecken: durch die Augen eines Filmemachers, im Gespräch mit Forschenden, in einzelnen Facetten der Ausstellung, durch poetische Interventionen und kreatives Gestalten. So stand der Ausstellungsort der Humboldt-Universität zu Berlin am Samstag, den 11. Juli 2026, ganz im Zeichen des Wissensaustauschs mit der Gesellschaft.

Nach einer einstündigen Überblicksführung und einer anschließenden Begrüßung durch die Leiterin Heide Barrenechea wurde das Jubiläumsprogramm mit der Premiere des Kurzfilms „Die Faser“ von Ian Purnell eingeläutet. Der Film richtete einen künstlerischen Blick auf das Wasser und machte sichtbar, dass das Element nicht nur Lebensräume und Verkehrswege verbindet, sondern auch verborgene Infrastrukturen des Internets trägt. Im Anschluss sprach Purnell mit der Moderatorin Lena Fließbach, Kuratorin für Outreach am Humboldt Labor, über den Film und beantwortete Fragen aus dem Publikum. „Die Faser“ läuft übrigens täglich mehrmals, zu Beginn jeder vollen Stunde, im Humboldt Labor.

Im Austausch mit dem Publikum: Forschende und Besuchende kommen miteinander ins Gespräch.

Wissenschaft begegnen

Weiter im Bühnenprogramm ging es mit der Reihe Meet the Scientist, in der Ozeanforschung auf Musikwissenschaft und Fragen des Diversitätsverlusts traf. Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Klotz sensibilisierte für die akustischen Prozesse des Meeres, die beispielsweise für die Kommunikation von Meeressäugern zentral sind, und gab Einblicke in das neue Forschungsfeld einer aquatischen Musikwissenschaft. Prof. Dr. Marcel Robischon, Forstwissenschaftler und Pflanzenbiologe, erläuterte die überraschenden Zusammenhänge zwischen Artensterben und Orientierungsverlust in der Schifffahrt. In den anschließenden Publikumsgesprächen konnten Besuchende Rückfragen stellen und mit den Forschenden ins Gespräch kommen.

Neue Einblicke in die Ausstellung

Wer erfahren wollte, wie die Ausstellung entstanden ist und welche Schwerpunkte sie setzt, konnte an drei thematischen Kurzführungen von Prof. Dr. Daniel Tyradellis teilnehmen, die jeweils eine Zone von „On Water“ in den Blick nahmen. Die Bereiche „Im Bad“, „In der Stadt“ und „An der Küste“ ermöglichten so exemplarische Einblicke in die Fragestellungen der Ausstellung und in die Prozesse des Kuratierens einer Wissenschaftsausstellung.

Neben den Kurzführungen konnte die Ausstellung auch aus einem ganz anderen Blickwinkel neu erschlossen werden: In der Sonderausgabe des beliebten Poetry-Slam-Formats #Logoskop führten die Slampoet*innen Dominique Macri und Johannes Berger a.k.a. YUNUS die Besuchenden unter die Quallenkuppel, ans Stadtmodell und vor die Wassersoundbar. Unterhalb der Quallenprojektion eröffnete Macri einen Blick in oneirische Welten, während Berger das Stadtmodell zum Ausgangspunkt einer narrativen (Irr-)Fahrt durch die Hauptstadt machte.

Poetische Perspektiven auf die Ausstellung vor der Wassersoundbar.

Selbst aktiv werden

Ergänzt wurde das vielfältige Jubiläumsprogramm durch einen dreistündigen Drop-in-Workshop, der vom Künstler Vitor Garcia de Almeida entwickelt wurde. Der Workshop „WasserGestalten“ lud Kinder und ihre Familien dazu ein, auf spielerische Weise ein neues Bewusstsein für ökologische Prozesse, Wertstoffkreisläufe und Wasserlebewesen zu entwickeln. Die selbstgebastelten Quallen und Kofferfische aus ausgedienten Materialien des Humboldt Forums konnten anschließend mit nach Hause genommen werden. So ermöglichte der gut besuchte Workshop auch den jüngsten Besucher*innen einen wichtigen Zugang zum Thema Wasser.

Zwischen wissenschaftlichem Gespräch, poetischer Intervention und kreativem Gestalten eröffnete das Jubiläumsprogramm dem Publikum ganz unterschiedliche Möglichkeiten, Wissenschaft zu begegnen, die Ausstellung neu zu entdecken und selbst aktiv zu werden.

Kreatives Gestalten mit ausgedienten Materialien: Beim Workshop „WasserGestalten“ entstanden fantasievolle Wasserwesen.